Morbus Bechterew, auch Spondylitis ankylosans (übersetzt „gebeugter Wirbel“) genannt, zählt zu einer der häufigsten chronisch entzündlichen Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises. Bechterew zählt zu den sog. „seronegativen Spondylarthritiden“, d.h., dass zwar rheumatische Beschwerden vorliegen, aber keine klassischen Rheumaparameter im Blut auffällig sind. Ursache für die Erkrankung scheint eine Störung des Immunsystems zu sein. Träger eines sog. „HLA-B27-Gens“ scheinen ein um das 90-fache erhöhtes Risiko zu haben, an M. Bechterew zu erkranken. Bei der Krankheit kommt es Die Krankheit befällt die Facettengelenke an der Wirbelsäule und führt zu Schmerzen sowie einer Verknöcherung von Wirbelsäulengelenken mit einer zunehmenden Versteifung der Wirbelsäule. Hauptsymptome sind eine morgendliche Steifigkeit sowie eine Entzündung des Kreuzbein-Darmbein-Gelenkes, des sog. Iliosakralgelenks, eine der ersten Anzeichen der Erkrankung. Es kann auch zu einer Entzündung der Regenbogenhaut des Auges kommen, einer sog. Iridozyklitis. Früher ging man davon aus, dass hauptsächlich Männer von dieser Erkrankung betroffen seien – inzwischen ist bekannt, dass beide Geschlechter gleichermaßen davon betroffen sind. Die Erkrankung wird bei Frauen aber deutlich seltener diagnostiziert, weil der Krankheitsverlauf bei Frauen meist viel milder verläuft und sehr viel seltener zu den massiven Verknöcherungen führt. Die Erkrankung manifestiert sich meist im jungen Erwachsenenalter zwischen 20 und 25 Jahren.
Therapie eines Morbus Bechterew
Wichtig ist, es, in der Therapie eines Morbus Bechterew zu berücksichtigen, wie stark das Entzündungsgeschehen ist und in welchem Stadium der Erkrankung sich der Patient befindet. Meist werden bei M. Bechterew sog. NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika) und COX-2-Hemmer gegeben, um die Schmerzen zu lindern. Möglicherweise verlangsamen diese Medikamente auch den Prozess der Einsteifung. Im Gegensatz zur rheumatoiden Arthritis wirken orale Cortisongaben und andere bei rheumatoider Arthritis gegebene orale Medikamente bei Morbus Bechterew kaum. Bei akuten Gelenksentzündungen bessern sich die Beschwerden häufig durch lokale Injektionen. TNF-Alpha-Inhibitoren werden in den letzten Jahren zunehmend verordnet, da sie bei aktivem M. Bechterew gut zu wirken scheinen. Ein operatives Vorgehen sollte bei Bechterew wie auch bei vielen anderen Erkrankungen aus meiner Sicht immer die letzte Option sein.
Therapeutisch wichtig ist eine konsequent durchgeführte physikalische Therapie wie auch Physiotherapie. Daneben ist es unerlässlich, dass sich die betroffenen Patienten neben der speziellen Morbus-Bechterew-Gymnastik regelmäßig bewegen und dehnen, um dem Einsteifungsprozess entgegen zu wirken. Die Patienten sollten auch ihren Alltag darauf abstimmen, möglichst vieles mit aufrechtem Rücken durchzuführen.
Das Rauchen sollte am besten ganz eingestellt werden. Hierbei kann eine Hypnosetherapie eine gute Unterstützung sein.
In meiner Praxis hat sich die Behandlung von Morbus Bechterew mit Osteopathie, manuellen Therapien und Bindegewebstechniken bewährt. Eine gute Unterstützung können auch Baseninfusionen, Neuraltherapie mit Procain sowie Sauerstoff-Ozon-Therapien sein. Auch die Gabe naturheilkundlicher Medikamente kann vielen Patienten Erleichterung bringen. Hilfreich ist aus meiner Sicht oft eine Ernährungsumstellung mit Verzicht auf tierisches Eiweiß und Zucker.
