Sehnenriss im Schultergelenk

Sehnenrisse (Riss an der Rotatorenmanschette oder SLAP-Läsion)

Wird ein Sehnenriss am Schultergelenk diagnostiziert, so handelt es sich am häufigsten um einen Sehnenriss an der Rotatorenmanschette. Weitaus seltener tritt eine sog. SLAP-Läsion auf, eine Verletzung der Knorpellippe am oberen Rand der Schulterpfanne in Kombination mit einem Einriss des dort befestigten Ankers der langen Bizepssehne.

• Sehnenriss an der Rotatorenmanschette

Als Rotatorenmanschette werden vier Muskeln (musculus supraspinatus, musculus infraspinatus, musculus teres minor, musculus subscapularis) bezeichnet, welche quer zum Schultergelenk verlaufen und den Oberarmkopf in die Schultergelenkspfanne pressen. Diese Muskeln liegen wie eine Manschette um den Oberarmkopf und sichern so das Schultergelenk. Des Weiteren wirken sie beim seitlichen Anheben sowie bei der Einwärts- und Auswärtsdrehung des Armes mit. Bei einem Riss in der Rotatorenmanschette ist typischerweise die Supraspinatussehne betroffen, da diese in der anatomischen Enge zwischen Oberarmkopf und Schulterdach verläuft. Meist reißt die Supraspinatussehne durch einen Sturz auf den ausgestreckten Arm. Die Ursache für einen Sehnenriss kann aber auch in einem Verschleiß der Sehne begründet sein.

Riss in der Supraspinatussehne (mit freundlicher Genehmigung von Dr. Rolf Oetiker, Schweiz)

 

 

 

Sehnenriss intakte Sehne

Kernspintomographie (MRI) der Schulter: links intakte Sehne, rechts mit Sehnenriss (mit freundlicher Genehmigung von Dr. Rolf Oetiker, Schweiz)

Therapie eines Sehnenrisses an der Rotatorenmanschette

Wie auch beim Impingement-Syndrom erfolgt die Behandlung in der Regel zuerst konservativ, wenn die Sehne nicht komplett gerissen ist oder bei einem älteren Patienten auch ein kompletter Sehnenriss, aber mit geringen Schmerzen, vorliegt. Wichtig ist aber zu wissen, dass eine einmal komplett gerissene Sehne oder auch gerissene Sehnenanteile nicht wieder von selbst zusammenwachsen können. Gerissene Sehnenanteile ziehen sich im Gegenteil sogar stärker zusammen, sodass der Riss eher noch größer wird.
Entscheidet man sich für eine konservative Behandlung, ist zuerst eine Schonung angebracht, meistens sogar eine Ruhigstellung. Nach Besserung der Beschwerden können schmerzlose Bewegungsübungen (darunter auch Kräftigungs- und Dehnübungen) durchgeführt werden, um eine Einsteifung des Schultergelenks zu vermeiden. Wie beim Impingement-Syndrom können mit einer schmerz- und entzündungshemmenden Therapie oder mit Akupunkturbehandlungen bestehende Schmerzen gelindert werden. Kryotherapie empfiehlt sich oft nach einem Unfall.
In meiner Praxis arbeite ich bei einem Sehnenriss vor allem mit naturheilkundlichen Mediakmenten, Osteopathie zur Erhaltung und Verbesserung der Beweglichkeit und Neuraltherapie zur Schmerzlinderung. Physikalische Therapien wie Kühlung im Akutstadium und Wärme im chronischen Stadium bewirken oft einen deutlichen Rückgang der Beschwerden.
Sollten alle konservativen Maßnahmen die Beschwerden nicht ausreichend bessern oder es sich um einen jüngeren oder körperlich sehr aktiven Patienten handeln, kann eine Operation in Betracht gezogen werden.

• SLAP-Läsion (Verletzung der Knorpellippe und des Bizepssehnenankers)

Um die Gelenkfläche der im Vergleich zum Oberarmkopf sehr kleinen Schultergelenkspfanne zu vergrößern und so einem Auskugeln des Oberamkopfes entgegenzuwirken, befindet sich um die komplette Schultergelenkspfanne herum eine Gelenklippe („labrum glenoidale“). Am oberen Rand der Gelenklippe ist die lange Bizepssehne befestigt. Verletzungen am Komplex von Labrum und Bizepssehne werden als SLAP-Läsion („superior labrum anterior to posterior“) bezeichnet.
Derartige Verletzungen können durch einen Unfall oder Überlastungen entstehen, beispielsweise durch eine plötzliche Zug- oder Druckbelastung auf die bereits vorgespannte Bizepssehne oder durch eine Überbeanspruchung des Komplexes bei häufigen Wurfbewegungen im Sport. Je nach Schwere der Schädigung werden die SLAP-Verletzungen nach Synder in Läsionen vom Typ I (Veränderung des Komplexes ohne Ablösungen oder Abrisse) bis zum Typ IV (Riss bis in den Verlauf der langen Bizepssehne) eingeteilt. Die Verletzung ist meist äußerst schmerzhaft und wird teilweise von einem Instabilitätsgefühl oder einem Schnappen begleitet. Eine SLAP-Läsion ist schwierig zu diagnostizieren und wird daher leicht übersehen.

Nur bei einer Verletzung vom Typ I wird eine konservative Behandlung (gleiches Vorgehen wie bei einem Sehnenriss an der Rotatorenmanschette) empfohlen. In den übrigen Fällen sollte die Verletzung operativ versorgt werden, um die stabilisierende Funktion der Bizepssehne wiederherzustellen, die ja den Oberarmkopf in der Pfanne zentriert.

konservative Therapie einer SLAP-Läsion

Entscheidet man sich für eine konservative Behandlung, ist zuerst eine Schonung angebracht, meistens sogar eine Ruhigstellung. Nach Besserung der Beschwerden können schmerzlose Bewegungsübungen (darunter auch Kräftigungs- und Dehnübungen) durchgeführt werden, um eine Einsteifung des Schultergelenks zu vermeiden. Wie beim Impingement-Syndrom können mit einer schmerz- und entzündungshemmenden Therapie oder mit Akupunkturbehandlungen bestehende Schmerzen gelindert werden. Kryotherapie empfiehlt sich oft nach einem Unfall.
In meiner Praxis arbeite ich bei einem Sehnenriss vor allem mit naturheilkundlichen Mediakmenten, Osteopathie zur Erhaltung und Verbesserung der Beweglichkeit und Neuraltherapie zur Schmerzlinderung. Physikalische Therapien wie Kühlung im Akutstadium und Wärme im chronischen Stadium bewirken oft einen deutlichen Rückgang der Beschwerden.