Schleimbeutelentzündung im Schultergelenk

Schleimbeutel (lat. bursa, d.h. „Beutel, Tasche“) sind Hohlräume, welche im Bereich des Bewegungsapparates an Stellen mit erhöhter Druckbelastung vorkommen. Sie sind außen von einer Membran umgeben und innen mit einer Flüssigkeit gefüllt. Wird ein Schleimbeutel zu stark beansprucht, füllt er sich mit weiterer Flüssigkeit, um den bestehenden Druck besser abpuffern zu können – es bildet sich eine Schleimbeutelentzündung (lat. bursitis). Diese macht sich durch Überwärmung bemerkbar und kann starke Schmerzen verursachen. Durch die Ausdehnung des Schleimbeutels entsteht eine nach außen sichtbare Schwellung oder es baut sich (innerhalb fester Strukturen) ein schmerzhafter Druck auf.
Im Schulterbereich gibt es im wesentlichen vier Schleimbeutel, von denen bei einer Entzündung meistens der Schleimbeutel zwischen dem Schulterdach und dem Oberarmkopf, die „bursa subacromialis“, betroffen ist. Eine Schleimbeutelentzündung im Schulterbereich ist oft chronisch und entsteht vorwiegend aufgrund mechanischer Überbelastung, beispielsweise durch häufiges Arbeiten mit den Armen über Kopfhöhe. Aber auch bestehende Vorerkrankungen im Schulterbereich wie das Impingement-Syndrom, eine Kalkschulter oder ein Riss an der Rotatorenmanschette können einen entzündeten Schleimbeutel verursachen. Eine rheumatische Veranlagung des Patienten begünstigt ebenfalls nicht-eitrige Schleimbeutelentzündungen in der Schulter. Eitrige Schleimbeutelentzündungen können nach offenen Verletzungen oder nach Punktionen des Schleimbeutels entstehen.
Hauptsymptom der Erkrankung sind Schulterschmerzen, welche in der Regel sehr stark bei Bewegungen zu spüren sind, aber auch in Ruhe oder nachts auftreten können.

Therapie einer Schleimbeutelentzündung

Eine nicht-eitrige Schleimbeutelentzündung wird meist mit anfänglicher Schonung sowie der Gabe von entzündungs- und schmerzhemmenden Medikamenten und Kälteanwendung behandelt. Manchmal wird auch der Schleimbeutel punktiert, um Flüssigkeit zu entfernen und den Druck abzubauen. Wenn die konservative Therapie versagt, wird oft als letzter Schritt vor einer Operation eine Stoßwellentherapie durchgeführt.
Besteht eine eitrige Schleimbeutelentzündung, muss der Schleimbeutel operativ entfernt und danach eine Drainage zum weiteren Abfluss angelegt werden. Anschließend sind Antibiotika nötig, und das Schultergelenk wird einige Zeit ruhig gestellt.
In meiner Praxis hat sich bei nicht-eitrigen Schleimbeutelentzündungen eine Kombination aus Akupunktur zur Schmerzlinderung, Osteopathie, physikalischen Therapien wie beispielsweise Kryotherapie (Kältetherapie), kurzfristiger Schonung und frühzeitiger Mobilisation bewährt. Zusätzlich bewirken eine hochdosierte Enzymtherapie und die Gabe von Weihrauch, Rosskastanie und/oder Beinwell oft eine deutliche Besserung der Beschwerden. Retterspitzwickel, welche über Nacht angelegt bleiben, werden meist als sehr angenehm empfunden. Es ist außerdem wichtig, die Ursache für die Schleimbeutelentzündung im Auge zu behalten. Häufige Arbeiten über Kopf sollten daher bis auf Weiteres vermieden oder zumindest reduziert werden. In hartnäckigen Fällen können Ausleitungsverfahren wie Schröpfen, Cantharidenpflaster oder Blutegel zur Anwendung kommen.