Schleimbeutelentzündung des Ellenbogengelenks

Schleimbeutel (lat. bursa, d.h. „Beutel, Tasche“) sind Hohlräume, welche im Bereich des Bewegungsapparates an Stellen mit erhöhter Druckbelastung vorkommen. Sie sind außen von einer Membran umgeben und innen mit einer Flüssigkeit gefüllt.

Wird ein Schleimbeutel zu stark beansprucht, füllt er sich mit weiterer Flüssigkeit, um den bestehenden Druck besser abpuffern zu können – es bildet sich eine Schleimbeutelentzündung (lat. bursitis). Diese macht sich durch Überwärmung bemerkbar und kann starke Schmerzen verursachen.

Durch die Ausdehnung des Schleimbeutels entsteht eine nach außen sichtbare Schwellung oder es baut sich (innerhalb fester Strukturen) ein schmerzhafter Druck auf.

bursitis
Bursitis olecrani des rechten Ellenbogens, von außen gesehen (Abb. mit freundlicher Genehmigung von Medpr, Wikimedia Commons)

Die nicht-eitrige Schleimbeutelentzündung im Ellenbogenbereich ist meistens chronisch und wird als „bursitis olecrani“ bezeichnet (das Olecranon ist das am Ellenbogen gelegene Ende der Elle, welches direkt unter der Haut liegt und zur Abpolsterung des Knochens von einem Schleimbeutel bedeckt wird).

Eine Schleimbeutelentzündung entsteht vorwiegend durch Drucküberlastung und wird daher auch als „student`s elbow“ bezeichnet. Sie kann aber auch Folge einer Olecranon-Verletzung sein oder als begleitende Erkrankung bei rheumatoider Arthritis und bei Gicht auftreten.

Eitrige Schleimbeutelentzündungen können nach offenen Verletzungen oder nach Punktionen des Schleimbeutels entstehen.

Hauptsymptom der Erkrankung sind Schmerzen auf der Rückseite des Ellenbogens, welche üblicherweise besonders stark bei Bewegungen zu spüren sind, aber auch bei Ruhe oder nachts auftreten können.

Des Weiteren ist der Bereich um das Olecranon in der Regel deutlich geschwollen.

Therapie einer Schleimbeutelentzündung

Eine nicht-eitrige Schleimbeutelentzündung wird meist mit anfänglicher Schonung, der Gabe von entzündungs- und schmerzhemmenden Medikamenten und Kälteanwendung behandelt.

Manchmal wird auch der Schleimbeutel punktiert, um Flüssigkeit zu entfernen und den Druck abzubauen. Wenn die konservative Therapie versagt, wird oft als letzter Schritt vor einer Operation, bei welcher der Schleimbeutel komplett entfernt wird, eine Stoßwellentherapie durchgeführt.

Besteht eine eitrige Schleimbeutelentzündung, so muss der Schleimbeutel operativ entfernt und danach eine Drainage zum weiteren Abfluss angelegt werden.

Danach sind Antibiotika nötig, und das Ellenbogengelenk wird für einige Zeit ruhig gestellt.

In meiner Praxis hat sich bei nicht-eitrigen Schleimbeutelentzündungen eine Kombination aus Akupunktur, Schmerztherapie,  physikalischen Therapien wie beispielsweise Kryotherapie (Kältetherapie), kurzfristiger Schonung und frühzeitiger Mobilisation bewährt.

Zusätzlich bessern naturheilkundliche Medikamente wie hochdosierte Enzyme und die Gabe von Weihrauch, Rosskastanie und/oder Beinwell die Beschwerden oft deutlich.

Retterspitzwickel, welche über Nacht angelegt bleiben, werden meist als sehr angenehm empfunden. In hartnäckigen Fällen können Ausleitungsverfahren wie Schröpfen, Cantharidenpflaster oder Blutegel zur Anwendung kommen. Osteopathische Behandlungen werden oft als angenehm empfunden.

Es ist außerdem wichtig, die Ursache für die Schleimbeutelentzündung im Auge zu behalten. Drucküberlastungen durch Auflegen des Ellenbogens sollten daher bis auf weiteres vermieden oder zumindest reduziert werden.