ISG-Blockade

Bei einer ISG-Blockade, auch Iliosakralgelenksblockade genannt, ist der Bereich zwischen Kreuzbein (Sacrum) und Darmbein (Ilium) blockiert. Im Iliosakralgelenk wird die einachsige Wirbelsäule auf die zweiachsigen Beine umgelenkt, sodass das Iliosakralgelenk zu den sog. Übergangsbereichen des Körpers zählt – welche generell anfällig für Blockaden sind. Das Iliosakralgelenk ist aufgrund der Stellung seiner Gelenkflächen, seiner Positionierung im stabilen Beckenring sowie seiner recht straffen Bänderführung ein sehr stabiles Gelenk mit nur geringem Bewegungsspielraum. Nimmt die Spannung der Bänder im Iliosakralgelenk zu, kann dies die Bewegung einschränken und somit eine Blockade verursachen. Dies tritt besonders häufig in der Schwangerschaft auf, aufgrund der Ausschüttung entspannender Hormone sowie aufgrund der zunehmenden Belastung des Beckens durch das heranwachsende Kind.

Eine ISG-Blockade ist sehr häufig anzutreffen und kann vor allem nachts sehr schmerzhaft sein. Die Schmerzen können nach oben, zur Seite oder nach unten ausstrahlen und dadurch auch leicht mit den Schmerzen bei einem Bandscheibenvorfall verwechselt werden. Auch Missempfindungen wie Kribbeln oder Ameisenlaufen können auftreten. Sehr häufig berichten die betroffenen Patienten auch von Leistenschmerzen.

Therapie einer ISG-Blockade

Eine ISG-Blockade muss meiner Erfahrung nach meist mehrmals behandelt werden. Sie spricht in der Regel sehr gut auf eine Kombination aus Osteopathie, Chiropraktik und Bindegewebstechniken an. Zur Unterstützung lege ich in meiner Praxis oft noch ein Kinesiotape an, welches die Muskulatur ausgleichen und das blockierte Gelenk entlasten soll. Bei sehr starken Schmerzen wird häufig eine lokale Infiltration eines Sauerstoff-Ozon-Gemisches als hilfreich empfunden.