Chelattherapie

Bei einer Chelattherapie werden sog. Chelatbildner therapeutisch verabreicht. Das Wort „Chelatbildner“ stammt vom Griechischen „chele“ ab und bedeutet: „Krebsschere“. Chelatbildner bestehen vor allem aus synthetisch hergestellten Aminosäuren, welche giftige Schwermetalle wie eine Krebsschere festhalten können. Dabei machen sie die giftigen Schwermetalle wasserlöslich und führen sie somit einer Ausscheidung über die Nieren, den Darm, die Lungen und die Haut zu.

Die wichtigsten in der Naturheilpraxis verwendeten Chelatbildner sind die Aminosäuren EDTA (Ethylen-Diamin-Tetra-Acetat) und DMSA (Dimercaptobernsteinsäure).

Neben der Ausleitung von giftigen Schwermetallen wird die Chelattherapie auch zur Behandlung von Speicherkrankheiten wie Morbus Wilson (Kupferspeicherkrankheit) oder Hämochromatose (Eisenspeicherkrankheit) sowie zur Behandlung von Arteriosklerose und weiterer gefäßbedingter Erkrankungen angewendet. Weitere gefäßbedingte Erkrankungen können sein:

  • Migräne
  • Herz-Kreislauf-Störungen wie Bluthochdruck und Zustand nach Herzinfarkt bzw. Schlaganfall
  • Impotenz
  • Rheuma
  • Morbus Parkinson
  • Morbus Alzheimer
  • Arterielle Verschlusskrankheiten wie Schaufensterkrankheit oder Raucherbein
  • Durchblutungsstörungen wie kalte Hände/Füße
  • Lungenfunktionsstörungen
  • Ulcus cruris (offenes Bein)
  • Augenerkrankungen aufgrund von Diabetes
  • Makuladegeneration

In der Naturheilkunde ist man auch der Auffassung, dass Chelattherapie Krankheiten wie z.B. Krebs vorbeugt und das Immunsystem stark stimuliert.

Chelattherapie ist nicht geeignet bei:

  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • dekompensierter Herzinsuffizienz
  • starken Herzrhythmusstörungen
  • schweren Nieren- und Leberfunktionsstörungen
  • akuten Infekten
  • ausgedehntem Aneurysma (Arterienerweiterung)
  • Zustand nach Lungentuberkulose
  • Demenz

Wichtig ist, dass vor einer Chelattherapie mittels Laboruntersuchung der Zustand von Leber und Nieren umfassend geprüft wird, da die Ausscheidungsorgane optimal funktionieren sollten. Des Weiteren sollte auch ein Mineralstoff-, Spurenelemente- und Vitaminstatus erhoben werden, da die Chelatbildner nicht nur giftige Schwermetalle, sondern auch Mineralstoffe, Spurenelemente sowie Vitamine aus dem Körper schwemmen können.

Chelattherapie wird in der Regel mittels Infusionen durchgeführt, ist aber auch mit Kapseln und Zäpfchen durchführbar. Zur Ausleitung von Schwermetallen werden in der Regel zehn Infusionen durchgeführt, zur Arteriosklerose-Therapie sind meist 20-30 Infusionen nötig.