Blutegelherapie

Die Blutegeltherapie ist ein klassisches Naturheilverfahren und wird schon seit Tausenden von Jahren durchgeführt. Blutegel (Hirudo medicinalis bzw. officinalis) werden eingesetzt bei: Krampfadern, Besenreisern, Venenleiden, Blutergüssen, Bluthochdruck, Entzündungen und Abszessen (z.B. auch Brustentzündung bei stillenden Frauen), Tinnitus, Mittelohrenentzündungen und vielen weiteren Krankheiten. In der Schmerztherapie wird die Blutegeltherapie vor allem bei folgenden Krankheitsbildern angewendet: Arthrose, Arthritis (entzündliche Gelenkerkrankung), Gelenkrheuma, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Muskelfaserrissen, Muskelverspannungen oder –verhärtungen, Sehnenscheidenentzündungen, Tennis- oder Golferellenbogen (Epicondylitis), Schulter-Arm-Syndrom.

Die Wirkung einer Blutegelbehandlung, welche übrigens für den Patienten nur leicht schmerzhaft ist, erklärt sich vor allem dadurch, dass der Blutegel beim Saugen Stoffe abgibt, welche die Gerinnung hemmen sowie vorhandene Entzündungen bekämpfen. Durch die Behandlung kommt es somit zu einem sanften und langsamen Aderlass – das Blut wird dadurch deutlich verdünnt und fließt danach wieder besser. In einer Studie aus dem Jahr 2003 wurde außerdem von Dr. Andreas Michalsen nachgewiesen, dass eine Blutegelbehandlung (hier bei Kniegelenksarthrose) die Schmerzen besser lindert als Diclofenac oder andere bekannte Schmerzmittel.

Eine Blutegeltherapie wird heutzutage eigentlich nur noch in klassischen Naturheilpraxen durchgeführt, da sie relativ zeitaufwändig ist und sich in einen Praxisbetrieb mit hohem Patientendurchlauf nicht eingliedern lässt. Die verwendeten Blutegel werden über Zuchtanstalten bezogen und aus hygienischen Gründen nur einmal verwendet – daher sind Bedenken, dass durch die Blutegel Krankheiten übertragen werden könnten, nicht begründet.